Den Höhepunkt emsländischer Mühlenbautechnik bildet zweifellos die Hüvener Mühle in der Samtgemeinde Sögel. In ihrer Kombination aus Wind- und Wassermühle ist sie die einzige komplett erhaltene Mühle ihrer Art in ganz Europa. Die erste urkundliche Erwähnung findet die Mühle bereits 1534 in dem Eintrag „Erffkotter tho Hüven de Moller“ im Register des Amtes Meppen. Wahrscheinlich ist sie aber wesentlich älter. Zunächst wurde sie im 16. Jahrhundert als ganz „normale“ Wassermühle gebaut. Sie fiel jedoch einem Brand um das Jahr 1800 zum Opfer; ein rascher Wiederaufbau bescherte dem Emsland jedoch bis heute ein für diese Region einmaliges riegelloses Fachwerk im unteren Teil der Mühle.

 
Der Müller vor dem Wasserrad der Hüvener Mühle (Förderkreis Hüvener Mühle)

Gemahlen werden konnte nur, wenn die Mittelradde über genügend Wasser verfügte, was selten der Fall war, oder mit Hilfe des aufwändig aufgestauten Mühlenteiches. Der damalige Müller Abel wollte die Wassermühle nicht aufgeben und entwickelte mit dem Hüvener Mühlenbauer Bernhard Dierkes eine nahezu einzigartige Konstruktion. Auf die Wassermühle setzte er eine Windmühle, die bei Bedarf über eine Kupplung zugeschaltet werden konnte. Die Kombination von Wasser- und Windmühle war schon länger bekannt, aber in Niedersachsen bis dahin noch nicht umgesetzt worden.

 
Hüvener Mühle (CH)

Am 21. August 1850 erteilte die Königlich-Hannoversche Landdrostei die Baugenehmigung für die Mühle, ein Jahr später wurde das Richtfest gefeiert und am 21. Juni 1852 konnte sie in Betrieb genommen werden. Die Kombination von Wasser- und Windkraft erwies sich als sehr erfolgreich. Zehn Jahre später gab der Müller aus Herßum eine ähnliche Mühle bei Dierkes in Auftrag. 1890 pachtete Lukas Riedemann aus Neubörger die Mühle, die nach seinem Tod von seinem Sohn Heinrich weitergeführt wurde.

 
Meyers Mühle in Papenburg (LKE)

Allerdings brachen im 20. Jahrhundert schlechte Zeiten für die Hüvener Mühle an: So wurde in den 20-er Jahren die Windmühle stillgelegt, 1950 folgte dann nach dem Zusammenbruch des Mühlenstaus die Stilllegung der Wassermühle. 1955 kaufte der Kreisheimatverein Aschendorf-Hümmling schließlich die Gebäude von den damaligen Besitzern, der Familie Peiffer-Schlagge, und rief eine erfolgreiche Spendenaktion ins Leben. Bereits im August 1957 konnte die umfangreiche Restaurierung der Hüvener Mühle abgeschlossen werden.

 
Die Mühle während der Restaurierung (Förderkreis Hüvener Mühle)

Im Jahr 2004 musste das Gebäude - nachdem sich ein Flügel gelöst hatte - aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Was folgte, war eine beispiellose Gemeinschaftsaktion des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling in Zusammenarbeit mit der Ems-Dollart-Region, des Landkreises Emsland, der Gemeinde und Samtgemeinde Sögel, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der Sparkassenstiftung mit dem Ziel, die einzigartige Mühle vor dem Verfall zu retten und sie einer erneuten Restaurierung zu unterziehen. Inzwischen ist die Sanierung mit der Installation neuer Flügel sowie einer Welle für das Wasserrad abgeschlossen. In direkter Nachbarschaft zur Mühle ist ein Besucherpavillon errichtet worden, in dem die Geschichte und Funktion des Bauwerks dargestellt wird. .

Maike Bennink

Hüvener Mühle

Öffnungszeiten:

April bis Oktober:
Di - Fr
10.00 - 13.00 Uhr
15.00 - 18.00 Uhr

Sa u. So
10.00 - 18.00 Uhr

November bis März auf Anfrage

Erwachsene 2 €
Kinder ab 6 J., Schüler, Studenten 1,00 €

Führungen für Gruppen ab 10 Personen:
Erwachsene 3,00 €
Kinder, Schüler, Studenten 1,00 €

Buchen Sie unter unserer zentralen Buchungsnummer:
05964-959700 oder  This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Weitere Informationen:
Herr Bernhard Riedemann
Lähdener Straße 78, 49751 Hüven
Telefon: 0 59 64 / 2 43

Tourist-Information Sögel
Schlaunallee 1, 49751 Sögel
Telefon: 0 59 52 / 2 06 27 oder 91 37

Anfahrt: Im Ortskern von Hüven in Richtung Lähden abbiegen.
Etwa 2 km hinter dem Ortsausgang liegt die Mühle auf der rechten Seite.