Als buntes, facettenreiches Landschaftsmosaik mit ockergelben und erikafarbenen Sand- und Heideflächen, blaugrünen Mooren und bräunlichen Torfabbaugebieten, frischgrünen Weiden und goldenen Getreidefeldern stellt das Moor heute einen einmaligen Naturerlebnisraum dar. So wurde im Juni 2006 im Dreieck zwischen den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim sowie der niederländischen Provinz Drenthe der Internationale Naturpark Bourtanger Moor – Bargerveen gegründet. Er umfasst mit einer Größe von rund 140 km² den südlichen Teil des Bourtanger Moores – einst mit 1.200 km² das größte zusammenhängende Hochmoor Nordeuropas.

 
Torfstecher (NBMB)

„Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot“

... das war das Los der ersten Siedler im Moor. Die Zeit eines Menschenlebens stellt im Vergleich zur Moorentwicklung nur einen kleinen Augenblick dar. Wussten Sie, dass Moor nur rund einen Millimeter im Jahr wächst? Bei einem Streifzug durch den Naturpark blickt man demnach auf eine Jahrtausende alte Erdgeschichte. Früher galt das Moor als menschenfeindlich und unwirtlich. Doch im Zuge der Kolonisation und der Entwicklung von Kultivierungsformen wie der Fehn-, der Moorbrand- oder der Deutschen Hochmoorkultur wurde aus dem Moor eine Landschaft mit Pioniergeist.

 
Renaturierung (NBMB)

Das Moor zum Leben erwecken

Die Weite der Landschaft, die für das Moor so typisch ist, prägt die Naturpark-Region. Und sie entstehen wieder, die großen Moore. Zwischen Twist und Klazienaveen (NL) liegt beispielsweise eines der letzten noch erhaltenen Hochmoorgebiete der Niederlande – das Bargerveen. Bereits seit Ende der 1960er Jahre wird hier – initiiert durch den Staatsbosbeheer – renaturiert. Für die Wiedervernässung wurden 40 Kilometer Deiche gebaut und über 50 Kilometer Gräben zugeschüttet. Doch auch auf der deutschen Seite des Naturparks hat man damit begonnen, Moore wieder zum Leben zu erwecken. Bereits knapp 4.000 Hektar sind nach Abtorfung in die Nachnutzung „Naturschutz“ übergegangen.

 
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Sonnentau und Goldregenpfeifer

Lang ist die Liste der seltenen Tier- und Pflanzenarten, die im Moor zu Hause sind: Schnabelried und Pfeifengras, Glockenheide und der fleischfressende Sonnentau gehören dazu, ebenso – natürlich – die Torfmoose, die das Moor bilden. Auch zahlreiche spezialisierte Arten und Gattungen – einige vom Aussterben bedroht – sind wieder heimisch geworden, nachdem sie sich im Zuge der Kultivierung zurückgezogen hatten. Allein über 220 Vogelarten zählen die Ornithologen im Moor, darunter 112 verschiedene Brutvögel.

 
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Eine Entdeckungsreise durch den Naturpark Moor

Mit rund 200 Kilometern ausgewiesenen Radwegen ist die Region ein wahres Radwanderparadies. Auf der grenzüberschreitenden United Countries Tour können die Natur- und Kulturschätze beider Länder erfahren werden. Mehrtägige Radwanderungen sind genauso möglich wie Tagestouren vom Übernachtungshotel aus. Die Radroute „Moor ohne Grenzen“ bietet mit ihren 60 Kilometern ganz besondere Entdeckungen am Wegesrand.
Auf insgesamt 70 Kilometern Rundwanderwegen lassen sich die unterschiedlichen Facetten des Naturparks per pedes entdecken. Ob Hochmoore, Wälder, Äcker oder Heideflächen, auf den einheitlich gekennzeichneten Wegen kommen die Wanderer der Natur ganz nah.
Auf den Pionierautorouten „Veen/Moor“, „Energie“ und „2 Kulturen“ weist der elektronische Tourguide DAGIT den Weg. Ein kleiner Pocket-PC, der an das Autoradio angeschlossen wird, informiert über das Moor und seine Bewohner, über die Historie und die vielen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand.

 
Veenpark (NBMB)

Vergangenes (er)leben – Neues entdecken

Im Emsland Moormuseum in Geeste – Groß Hesepe und dem Veenpark in Barger Compascuum (NL) wird die Historie des einzigartigen Lebensraum Moor aufgearbeitet. Das 30 Hektar große Außengelände des Moormuseums kann zu Fuß oder mit der Feldbahn besichtigt werden; hier steht auch der imposante Ottomeyer-Dampfpflug, der größte der Welt. Davon, wie die Menschen im Moor ihr Leben meisterten, „erzählt“ der Veenpark. Das Freilichtmuseum zeigt zeitgenössische Wohnhäuser und Werkstätten, die in einem Streifzug über das Gelände entdeckt werden wollen. Wer sich in gemütlicher Atmosphäre mit dem Thema Moor beschäftigen möchte, ist im Alten Landhaus Buddenberg in Ringe richtig aufgehoben, das über eine kleine Moorausstellung verfügt.

 
Interaktives Naturerlebnis (NBMB)

Interaktives Naturerlebnis

Inmitten des Klein Heseper Moores liegt der moor-energie-erlebnispfad. Auf 11 Kilometern verbindet er das Emsland Moormuseum mit dem Erdöl-Erdgas-Museum in Twist. Anschaulich und zum Anfassen vermittelt dieser besondere Lehrpfad die wichtigsten Fakten und Entwicklungen zu den Themen Moor und Energie im Naturpark. Die Erlebnisstationen auf dem Pfad erinnern an die Moorkaten der ersten Siedler und greifen die Themen „Flora & Fauna“, „Wald“, „Torfentstehung und –abbau“, „Erdöl-/Erdgasförderung“, „Renaturierung“, „Landwirtschaft“, „Beeren im Moor“ und „Nachwachsende Rohstoffe“ auf.
„moor land schaffen“ – so lautet das Motto des Erlebnispfades im Provinzialmoor. Am Rande einer Wiedervernässungsfläche informiert Sie der Pfad darüber, wie diese Form der Renaturierung funktioniert und welche Tiere und Pflanzen hier einen neuen Lebensraum erhalten.
Mit nackten Füßen die Natur hautnah erleben – das geht am besten auf dem ca. 300 m langen Barfußpfad in Twist. Mit jedem Schritt öffnet sich dem „Nacktfüßler“ eine Vielfalt von Erlebnissen, die dem beschuhten Menschen unzugänglich bleibt. Weiches Gras, warmer Sand, massierende Holzhackschnitzel oder kühle Bahngleise, auf dem Barfußpfad können Sie an neun unterschiedlichen Stationen eine kleine Erlebnisreise antreten.

Int. Naturpark Bourtanger Moor - Bargerveen e.V.
Ordeniederung 1
49716 Meppen
Tel.: +49 (0) 5931 - 44 22 77
Fax: +49 (0) 5931 - 44 36 44
email: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Internet: www.naturpark-moor.eu